Kreistag Groß-Gerau beschließt Klimaanpassungskonzept ✅
🌡️ Die aktuellen Temperaturen und wiederkehrenden Hitzeperioden haben uns allen erneut eindrucksvoll vor Augen geführt, dass die Klimakrise längst keine ferne Zukunft mehr ist. Sie ist Realität – auch hier bei uns im Kreis Groß-Gerau.
Heiße Tage und Tropennächte werden häufiger, Starkregenereignisse nehmen zu, Trockenperioden dauern länger an. Was früher als Ausnahme galt, wird immer mehr zur neuen Realität. Die Folgen spüren wir längst vor unserer eigenen Haustür – in unseren Städten und Gemeinden, auf unseren Straßen, in unseren Wäldern und auf unseren Feldern.
Besonders betroffen sind diejenigen, die sich am wenigsten schützen können: ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen oder Beschäftigte, die bei großer Hitze im Freien arbeiten. Gleichzeitig geraten unsere Infrastruktur, unsere Wasserversorgung und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zunehmend unter Druck.
Deshalb dürfen wir Klimaschutz und Klimaanpassung nicht gegeneinander ausspielen.
Klimaschutz bleibt die wichtigste Aufgabe, um die Erderwärmung zu begrenzen und die Ursachen der Klimakrise zu bekämpfen. Doch gleichzeitig tragen wir Verantwortung dafür, die Menschen vor den Folgen zu schützen, die bereits heute Realität sind. Genau darum geht es bei der Klimaanpassung.
Und diese Entwicklungen machen deutlich: Die Klimakrise ist längst auch eine kommunale Herausforderung.
Unser Landkreis steht vor besonderen Herausforderungen
Der Kreis Groß-Gerau gehört zur Oberrheinebene und zählt schon heute zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Die dichte Besiedlung im Ballungsraum Rhein-Main, große versiegelte Flächen, wichtige Verkehrsachsen sowie intensive Landwirtschaft führen dazu, dass sich viele Auswirkungen des Klimawandels hier besonders deutlich zeigen.
Das Klimaanpassungskonzept beschreibt diese Herausforderungen umfassend.
Dazu gehören insbesondere:
☀️ zunehmende Hitzebelastungen in Städten und Gemeinden
🌧️ häufigere Starkregenereignisse mit lokalen Überflutungen
💧 sinkende Grundwasserneubildung und längere Trockenperioden
🌳 Belastungen für Wälder, Grünflächen und die biologische Vielfalt
🏥 steigende gesundheitliche Risiken insbesondere für ältere Menschen, Kinder und andere vulnerable Gruppen
🏗️ zunehmende Belastungen für Gebäude, Straßen und technische Infrastruktur
Diese Entwicklungen werden sich nach allen wissenschaftlichen Prognosen weiter verstärken. Deshalb dürfen wir nicht erst handeln, wenn Schäden entstanden sind.
Was haben wir im Kreistag beschlossen?
Mit dem Beschluss des Klimaanpassungskonzepts hat der Kreistag einen wichtigen Grundstein gelegt. Das Konzept ist keine Sammlung unverbindlicher Ideen, sondern eine strategische Arbeitsgrundlage für die kommenden Jahre.
Es schafft die Voraussetzungen dafür,
✅ Klimarisiken systematisch zu erfassen,
✅ Maßnahmen nach ihrer Wirksamkeit zu priorisieren,
✅ Fortschritte regelmäßig zu überprüfen,
✅ Klimaanpassung dauerhaft innerhalb der Kreisverwaltung zu verankern,
✅ Fördermittel von Bund und Land gezielt einzuwerben,
✅ und gemeinsam mit den Städten und Gemeinden konkrete Projekte umzusetzen.
Besonders wichtig ist dabei auch die Einrichtung eines kontinuierlichen Controllings. Denn erfolgreiche Klimaanpassung bedeutet nicht, einmal ein Konzept zu beschließen und anschließend zur Tagesordnung überzugehen.
Wir müssen regelmäßig überprüfen,
- welche Maßnahmen wirken,
- wo nachgesteuert werden muss,
- welche neuen Herausforderungen entstehen
- und welche Projekte Priorität haben.
Gerade das macht aus einem Konzept ein wirksames Instrument.
Welche Maßnahmen sieht das Konzept vor?
Das Klimaanpassungskonzept umfasst zahlreiche Handlungsfelder, die ineinandergreifen.
Dazu gehören unter anderem:
🌳 Mehr Grün in unseren Städten und Gemeinden
Bäume, Grünflächen und Parks sorgen nicht nur für eine höhere Aufenthaltsqualität, sondern kühlen ihre Umgebung nachweislich ab und verbessern das Stadtklima.
💧 Ein modernes Regenwassermanagement
Regenwasser soll künftig stärker dort gespeichert werden, wo es fällt. Entsiegelte Flächen, Versickerungsmöglichkeiten und sogenannte Schwammstadt-Ansätze helfen dabei, Starkregen besser aufzufangen und gleichzeitig Wasser für Trockenzeiten verfügbar zu halten.
🏫 Klimaresiliente öffentliche Gebäude
Schulen, Verwaltungsgebäude und andere öffentliche Einrichtungen müssen besser auf Hitze vorbereitet werden – etwa durch Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung oder angepasste Bauweisen.
🚨 Hitzeschutz für besonders gefährdete Menschen
Das Konzept sieht vor, Hitzeschutz stärker in den Gesundheitsbereich einzubinden, Informationen bereitzustellen und besonders gefährdete Personengruppen gezielt zu unterstützen.
📊 Bessere Datengrundlagen
Klimafunktionskarten, Hitzeanalysen und ein kontinuierliches Monitoring sollen helfen, zukünftige Entscheidungen auf wissenschaftlicher Grundlage zu treffen.
🤝 Zusammenarbeit im gesamten Kreis
Klimaanpassung endet nicht an Gemeindegrenzen. Deshalb stärkt das Konzept die Zusammenarbeit zwischen Kreis, Städten und Gemeinden sowie mit Fachbehörden, Verbänden und weiteren Partnern.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit
Mit dem Beschluss endet unsere Aufgabe nicht.
Im Gegenteil.
Jetzt geht es darum, die Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen, ihre Wirkung sichtbar zu machen und die Kommunen auf diesem Weg aktiv zu unterstützen.
Dabei wird nicht jede Maßnahme sofort umgesetzt werden können.
Deshalb enthält der Beschluss ausdrücklich den Hinweis, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit des Kreises berücksichtigt werden muss.
Das ist richtig.
Gerade deshalb brauchen wir aber eine klare Strategie. Denn nur wenn wir wissen, welche Maßnahmen die größte Wirkung entfalten, können wir Prioritäten setzen, Förderprogramme nutzen und vorhandene Mittel möglichst effizient einsetzen.
Klimaanpassung schützt unsere Lebensqualität
Für mich ist Klimaanpassung weit mehr als klassische Umweltpolitik.
Sie ist Gesundheitspolitik.
Sie ist Sozialpolitik.
Sie ist Infrastrukturpolitik.
Und sie ist verantwortungsvolle Kommunalpolitik.
Denn am Ende geht es um eine einfache Frage:
Wie wollen wir in Zukunft in unserem Landkreis leben?
Ich möchte, dass Kinder auch an heißen Sommertagen draußen spielen können.
Ich möchte, dass ältere Menschen besser vor extremer Hitze geschützt werden.
Ich möchte, dass unsere Städte und Gemeinden auch bei Starkregen oder Trockenperioden widerstandsfähig bleiben.
Und ich möchte, dass wir nicht erst reagieren, wenn Schäden entstanden sind, sondern vorausschauend handeln.
Mein Fazit
Mit dem Klimaanpassungskonzept haben wir einen wichtigen Meilenstein für den Kreis Groß-Gerau beschlossen.
Jetzt kommt es darauf an, dass wir aus guten Konzepten konkrete Maßnahmen machen.
Denn die Klimakrise wartet nicht auf die nächste Wahlperiode.
Sie findet bereits heute statt.
Deshalb bin ich überzeugt:
Jeder Baum, der Schatten spendet. Jede entsiegelte Fläche, die Regenwasser aufnehmen kann. Jede Schule, die besser vor Hitze geschützt wird. Jede Maßnahme, die unsere Städte und Gemeinden widerstandsfähiger macht – all das ist eine Investition in die Lebensqualität der Menschen im Kreis Groß-Gerau.
🎥 Im folgenden Video könnt ihr meine Rede im Kreistag zu diesem wichtigen Beschluss ansehen. Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und den Austausch mit euch.
Hier gibt es das Konzept und weitere wichtige Infos auf den Seiten des Kreis Groß-Gerau